Beim Melken dreht sich alles um die Gesundheit der Kühe, die Sorgfalt bei der Arbeit und das einwandfreie Funktionieren der Geräte.
Jede artgerecht versorgte und gut gefütterte Kuh, die sich wohl fühlt, kann Milch bilden. Diese Milch befindet sich im Euter der Kuh.Da es sich bei Milch um ein Naturprodukt handelt, ist Hygiene das A und O. Das fängt schon vor dem Melken an.Eine Kuh ist ein Lebewesen, das sich hinlegt, das sich bewegt, das herumläuft und das mit andern Kühen zusammen ist. Obwohl der Milcherzeuger auf eine saubere Tierhaltung achtet, ist immer damit zu rechnen – egal, ob die Kühe draußen auf der Weide oder drinnen im Stall sind –, dass ein Euter verschmutzt. Deshalb wird das Euter stets gereinigt, bevor eine Kuh gemolken wird.Der Melker macht also erst Euter und Zitzen sauber. Danach muss er vormelken, das heißt, er melkt erst ein paar Milchstrahlen ab. Auf diese Weise kann er die Qualität der Milch überprüfen. Das Vorbehandeln und Vormelken stimuliert das Einschießen der Milch, ein natürlicher Reflex der Kuh. Nun kann die Milch durch die Zitzen zum Austreten aus dem Euter gebracht werden.Bei jedem Melken werden Kuh und Euter inspiziert: Verhält sich das Tier wie immer? Wie sieht es aus? Ein Milchviehhalter ist ein Fachmann und ein Kuhliebhaber.
Da sich auf einem Hof vieles messen und erfassen lässt, kann der Bauer auf die unterschiedlichsten Daten zurückgreifen, zum Beispiel die Milchleistung je Tier, die Eigenschaften der Milch und die Futteraufnahme der Kuh.Einige Landwirte haben einen Melkroboter. Dieses vollautomatische Melksystem erledigt auch die Säuberung des Euters und das Vormelken. Außerdem zeichnet es eine Fülle an Daten auf. Der Milchviehhalter braucht in diesem Fall nicht mehr selbst zu melken, aber er behält alles im Auge und geht zur Kontrolle zwischen den Kühen umher.
Nach dem Säubern und Vormelken beginnt die eigentliche Arbeit. Dazu wird die Melkmaschine, die mit je einem Melkbecher für alle vier Zitzen ausgestattet ist, auf das Euter aufgesetzt. Kein Euter gleicht dem anderen, was für ein automatisches Melksystem jedoch kein Problem ist. Solch ein System weiß dank der modernen Elektronik über die Zitzenanordnung eines jeden Euters genau Bescheid. Wie ein Kälbchen saugt die Melkmaschine die Milch aus der Zitze. Vorschriften über Funktionsweise und Wartung von Melkmaschinen stellen sicher, dass der Melkvorgang korrekt erfolgt.Je kräftiger und gesünder ein Euter und je besser die Euterform, desto einfacher verläuft das Melken. Viehhalter legen deshalb großen Wert auf die Eutergesundheit. Darüber hinaus erfolgt bereits die Zuchtauswahl eines Stiers für eine bestimmte Kuh unter dem Gesichtspunkt einer möglichst optimalen Euterbeschaffenheit der nächsten Kuhgeneration. In den ersten Minuten nach dem Anschließen der Melkmaschine gibt eine Kuh am meisten Milch. Sobald die Milchleistung unter ein bestimmtes Niveau absinkt, stoppt das Melken.Elektronische Messungen geben Aufschluss über den Milchertrag einer Kuh. Zu diesem Zweck kann aber auch ein großes Glas verwendet werden.Die meisten Viehhalter melken ihre Tiere zweimal am Tag. Für eine Kuh ist es am besten, wenn zwischen beiden Melkvorgängen rund 12 Stunden liegen. Einige Milchbauern melken dreimal täglich, und bei einem automatischen Melksystem wird die Kuh so oft gemolken, wie sie das selbst wünscht (vielfach etwa dreimal am Tag). Bei einem zweimaligen Melken gibt eine Kuh durchschnittlich 25 bis 30 Liter pro Tag. Auf Jahresbasis sind das in der Regel ca. 8.000 Liter, doch viele Kühe kommen jährlich auf 10.000 Liter. Beim dreimaligen Melken sind das häufig zehn oder fünfzehn Prozent mehr. Die Milchleistung einer Kuh, die zum Teil genetisch bedingt ist, hängt in hohem Maße von der Fütterung ab. Wichtig sind für den Viehhalter in diesem Zusammenhang neben den Litererträgen der Fett- und der Eiweißgehalt seiner Milch.
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